Concept énergétique général
PACTE CLIMAT – COMMUNE DE FLAXWEILER
Energieleitbild der Gemeinde Flaxweiler - 2014



EINLEITUNG

Die weltweite Energienutzung und Energiegewinnung ist weit vom Ideal einer langfristig die Lebensgrundlagen der Menschheit erhaltenden Situation entfernt. Mit dem gegenwärtigen Energieverbrauch werden Ressourcen wie Erdöl und Erdgas übermäßig rasch verbraucht, das Klima wird durch den CO2-Ausstoss bedrohlich verändert, und Luft und Böden werden belastet.

Die Gemeinde Flaxweiler erkennt die Bedeutung ihrer Beteiligung an der Erreichung der EU-Ziele zum Klimaschutz an. Bis Ende 2020 will die EU die CO2-Emissionen um 20 % im Vergleich zu 1990 reduzieren, einen Marktanteil der erneuerbaren Energien von 20 % erreichen und die Energieeffizienz um 20 % steigern.

Um dieses Ziel zu erreichen ist die Gemeinde Flaxweiler am 23. Juli 2013 dem nationalen Klimapakt zwischen Staat und Gemeinden beigetreten.

Das Leitbild wird durch den jährlich zu erstellenden Maßnahmenplan ergänzt und die Zielerreichung des Energieleitbilds wird periodisch überprüft.

Da zurzeit noch nicht alle energierelevanten Verbrauchsdaten vorliegen, muss das vorliegende Leitbild nächstes Jahr überarbeitet und mit quantifizierten Zielsetzungen ergänzt werden.

GRUNDSÄTZE UND ZIELE

Die einzelnen Punkte des vorliegenden Leitbildes lehnen sich an die folgende drei Grundsätze: eine Reduktion des gesamten Energieverbrauchs, eine Umlagerung von den nichterneuerbaren auf die erneuerbaren Energien und eine Reduktion der Treibhausgasemissionen. Insbesondere die Reduktion der CO2-Emmissionen stellt einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz dar.

Dieses Leitbild ist für Entscheidungen und Beschlüsse der Gemeinde verbindlich und dient zur Kommunikation gegenüber der Bevölkerung.

Das Energieleitbild umfasst folgende sechs Themenbereiche:

1.    Entwicklungsplanung und Raumordnung
2.    Kommunale Gebäude und Anlagen
3.    Versorgung und Entsorgung
4.    Mobilität
5.    Interne Organisation
6.    Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit


Für jeden Themenbereich sind die Schwerpunkte der kommunalen Energiepolitik aufgeführt.

1.    Entwicklungsplanung und Raumordnung

- Energie soll bei der kommunalen Entwicklungsplanung berücksichtigt werden. Die Ziele der Energiestrategie sollen als Planungsgrundlagen des PAG (Plan d’aménagement général) berücksichtigt werden.
- Siedlungen sollen so konzipiert werden (Gebäudeorientierung, Photovoltaikanlagen, Flächenversiegelung), dass der Verbrauch an nicht erneuerbaren Energien reduziert wird. Hierzu sollen die Einflussmöglichkeiten auf der Ebene PAP (Plan d’aménagment particulier) verstärkt genutzt werden.
- Durch eine Anpassung der Bauvorschriften soll das Energiesparen und der Einsatz erneuerbarer Energien gefördert werden.

2.    Kommunale Gebäude und Anlagen

- Der Bedarf an fossilen Energien kommunaler Bauten soll deutlich abnehmen.
- Die sparsame und effiziente Nutzung der Energie und der Einsatz von erneuerbaren Energien werden verstärkt.
- Bei Sanierungen und bei der Erstellung von Neubauten wird ein vorbildlicher Energiestandard sowie eine nachhaltige Wärmeerzeugung angestrebt (Bsp. Sanierung Kulturzentrum Flaxweiler, bzw. Holzpelletheizung im Kulturzentrum Oberdonven).
- Längerfristig soll die, für die Erzeugung, Verarbeitung, Transport und Entsorgung der Bauteile eingesetzte Energie (Graue Energie), sowie die Kosten über den gesamten Lebenszyklus berücksichtigt werden.
- Ein energieoptimierter Betrieb (Smart-Metering) und Unterhalt der gemeindeeigenen Bauten wird umgesetzt.
- Das energiesparende Benutzerverhalten der gesamten Verwaltung und der Schulen wird gefördert.
- Der sparsame Umgang mit Wasser wird gefördert.

3.    Versorgung und Entsorgung

- Die Gemeinde verpflichtet sich Maßnahmen zu ergreifen zur Bewusstseinsbildung und Motivation von Kunden für den effizienten Energieeinsatz, die Nutzung erneuerbarer Energien und der Eigenstromerzeugung.
- Der sparsame Verbrauch von Wasser, mit Schwergewicht im Bereich Warmwasser, ist zu fördern.
- Die Nutzung des auf dem Gemeindegebiet und in der Region vorhandenen Potenzials an Holz, Erdwärme und Biogas für die Wärme- und Stromproduktion ist anzustreben.

4.    Mobilität

Die Gemeinde Flaxweiler reduziert den Energieverbrauch bei der Mobilität. Die Schwerpunkte dabei sind:

- Das Angebot des öffentlichen Verkehrs soll gezielt optimiert werden.
- Der Modelsplit verändert sich zugunsten des öffentlichen Verkehrs.
- Die Gemeinde verpflichtet sich ein intelligentes und nachhaltiges Mobilitätsverhalten bei ihren Mitarbeitern zu fördern (z. B. durch Dienstfahrräder, Elektrofahrräder, Fahrradstellplätze, Fahrgemeinschaften, Beitrag an ÖPNV-Abo, usw.).
- Bedarfsangebote (z.B. Carsharing) sind zu fördern.
- Das Potenzial und die Realisierungsmöglichkeiten für weitere Temporeduktionszonen werden abgeklärt und nach Möglichkeit umgesetzt.
- Die Gemeinde verpflichtet sich den Ausbau von attraktiven Fußweg- und Radwegnetzen im gesamten Gemeindegebiet weiter zu fördern.

5.    Interne Organisation

- Die Gemeinde verpflichtet sich mit dem Personal jährliche energie- und klimabezogene Ziele und Vereinbarungen festzulegen.
- Die finanziellen und personellen Ressourcen für die Umsetzung des Klimapakt-Maßnahmenkatalogs, sowie zur Erreichung vom EEA (European Energy Award) werden zur Verfügung gestellt.
- Gemeindeangestellte werden im Bereich Energie sensibilisiert und weitergebildet.
- Für die Beschaffung von umweltfreundlichen Geräten, Maschinen, Büro- und Baumaterialien werden verbindliche Beschaffungsrichtlinien erstellt.

6.    Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Die Gemeinde Flaxweiler ist bestrebt, aktiv über energiepolitische Themen sowie die im Rahmen dieses Leitbildes formulierten Ziele, zu kommunizieren. Die Schwerpunkte dabei sind:

- Durch gezielte Aktionen in Kindergärten und Schulen (Schoulsyndikat Billek) sowie Energieberatung und Informationsveranstaltungen für Erwachsene, sollen die Bürger und Gemeindemitarbeiter zum Mitmachen beim Klimaschutz animiert und motiviert werden.
- Um Verhaltensänderungen bei der Bevölkerung zu bewirken, werden Maßnahmen mit geeigneter und gezielter Kommunikation begleitet, indem in regelmäßigen Abständen Aktions- und Informationskampagnen durchgeführt werden.
- Die Gemeinde informiert regelmäßig im "Teleflax" sowie auf der Internetseite über den Fortgang anstehender Maßnahmen sowie Aktivitäten im Rahmen des Klimapaktes.
- Eine verstärkte Zusammenarbeit mit Klimapakt-Nachbargemeinden (Bspw. Schoulsyndikat Billek mit der Gemeinde Wormeldange), privaten Investoren, Gebäudeeigentümern, Energieversorgern und dem Gewerbe (gemeinsame Aktionen, usw.) wird angestrebt.

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